Kurz vor der Erlösung

Fehr Michael

Kurz vor der Erlösung

Siebzehn Sätze
edition spoken script 10
Der gesunde Menschenversand, 2013
Taschenbuch, 144 Seiten
978-3-905825-51-0

25,00 CHF

Während in der Hauptstadt die Glocken der Kathedrale schlagen, macht ein Bauer im Schein der Lampe eine unerwartete Entdeckung im Stall. Ein Männerchor stimmt in der Gaststube ein Lied an. Ein König auf seinem Kamel folgt einem Sternenschweif. Ein scheinbarer Fischer betrachtet eine eisige Strömung.

Michael Fehr versammelt in seinem Debüt unterschiedlichste Menschen und Gruppen „kurz vor der Erlösung“. Er nimmt uns von Schauplatz zu Schauplatz mit, zum Fusssoldaten, zu Josef und Maria, zur Musikgruppe auf der lottrigen Bühne genauso wie zur Musikgruppe im Fernsehstudio, zur Familie beim Essen bis hin zur Organistin und zum Pastor. Sie alle sind in Anspannung, ja hoffnungsvoller Erwartung und „melodieren und modulieren“ jede und jeder für sich.

Getragen wird Michael Fehrs Geschichte in „Siebzehn Sätzen“ von einer bemerkenswert eigenwilligen und mutigen Sprache: Geduldig umkreist Fehr Wort für Wort, Zeile für Zeile und eben Satz für Satz seine Szenen und Figuren. Und meint man sich durch die Sprache zuweilen von den unheimlich vertrauten Begebenheiten schon weit entrückt, so verhelfen uns die Variationen und Modulationen doch immer wieder zu unerwarteten Eingängen in die Geschichte mit ihren 17 Geschichten. So folgt man dieser vielstimmigen Erzählung, ob laut oder leise lesend, wie man es sonst nur von der Musik kennt. Ein Sprachkonzert!

 

Michael Fehr wurde für „Kurz vor der Erlösung“ mit einem der Literaturpreise des Kantons Bern (2013) ausgezeichnet. Ausserdem: Nomination für den Franz-Tumler-Literaturpreis 2013.



Fehr Michael

Geboren 1982, aufgewachsen in Muri bei Bern. Er studierte am Schweizerischen Literaturinstitut und am Y Institut der Hochschule der Künste Bern. 2014 gewann Fehr mit einem Auszug aus "Simeliberg" den Kelag-Preis und den Preis der Automatischen Literaturkritik in Klagenfurt.

Bild: Franco Tettamanti


www.michaelfehr.ch

Presse

NZZ am Sonntag, 28. April 2013

Die Sätze entwickeln einen unwiderstehlichen musikalischen Sog, überzeugen aber auch durch ihre Bildkraft. Unglaublich etwa, wie der Autor anhand der speckigen Tischplatte einer Beiz deren ganze Geschichte entwickelt.

Der Bund, 19. März 2013

In „Kurz vor der Erlösung“ kann der Leser staunend, bisweilen auch am Rande der Überforderung mitverfolgen, wie Fehr seine pulsierenden „Sprachskulpturen“ auftürmt, raffiniert mit den Stilmitteln der Repetition und Variation arbeitet, mit Vorliebe Phrasen, Floskeln und Helvetismen auf ihren semantischen Glutkern abklopft und so an Sprachschrauben dreht, die Wortmasse knetet und modelliert.

041 - Das Kulturmagazin, 1. März 2013

Michael Fehr verrät rhythmisches Gespür und virtuosen Wortwitz, all so klingt seine performative Prosa eigentümlich, im besten Sinn – also eigenständig und eigensinnig.

SRF 2, 2. Mai 2013

In Fehrs Erzählweise feiert sich die Sprache, oder sie ringt in zähem Suchen mit sich selber. Beides stimmt. Sprache, das ist bei Michael Fehr die Flüchtigkeit des Erzählens.

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