u ner hört

Eggimann Ernst

u ner hört

Gedichte
edition spoken script 6
Der gesunde Menschenversand, 2011
Klappenbroschur, 144 Seiten
978-3-905825-27-5

25,00 CHF

Mundart ist dank Spoken Word wieder stärker präsent im literarischen Schaffen von Schweizer Autorinnen und Autoren. Die Bühnenpoeten lehnen sich dabei auch an eine reiche Vergangenheit der oralen Literatur an: Von den Dadaisten über die Konkrete Poesie bis hin zur „modern mundart“-Bewegung, die in den 60er- und 70er-Jahren die bisherige Mundartliteratur auf den Kopf stellte.

Zu den wichtigsten Vertretern gehörte neben Kurt Marti oder Ernst Burren der Berner Autor Ernst Eggimann. 1968 erschien sein erster Gedichtband „Henusode“ (Arche), in dem Eggimann die gesprochene Sprache zum Ausgangspunkt für literarische Experimente nahm: „Als ich damals die Lautgedichte ‹Henusode› zu schreiben begann, hatte ich das Gefühl, innerhalb der deutschen Sprache ein Gebiet zu entdecken, das noch weitgehend ursprünglich geblieben war. Mundart ist Sprache im eigentlichen Sinn, der von sprechen abgeleitet wird und nicht von schreiben, immer noch jene so vergängliche Schwingung, welche die Menschen verbindet.“

Eggimanns Umgang mit der Mundart als Literatursprache und die „Schwingungen“ seiner Gedichte sind bis heute aktuell geblieben. Aus Anlass seines 75. Geburtstags versammelt der Band „u ner hört“ deshalb seine ersten beiden Gedichtbände „Henusode“ (1968), „Heikermänt“ (1971) sowie ausgewählte Gedichte aus „e satz zmitts i d wäut“ (1981).



Eggimann Ernst

Geboren 1936 in Bern, gestorben 2015 in Frankreich. Er arbeitete als Sekundarlehrer, war Grossrat des Kantons Bern und gehörte zu den Gründern der Gruppe Olten. Eggimann verfasste zahlreiche Gedichtbände, Prosawerke, Theaterstücke und Hörspiele. Für seine Arbeit wurde er unter anderem mit Literaturpreisen von Stadt und Kanton Bern ausgezeichnet.

Bild: Peter Studer

Presse

Berner Zeitung, 20. April 2011

Es muss doch einmal gesagt werden, dass auch Mundarttexte zur Weltliteratur zählen. Sie können alles sagen, nur sagen sie es mit anderen Worten.

Neue Luzerner Zeitung, 3. Mai 2011

Die meisten dieser Texte stammen also aus einer relativ fernen Zeit. Und doch wirken sie frisch und unverbraucht.

Schweizer Feuilletondienst, 23. April 2011

In der Diktion des Emmentaler Dichters beweist die Mundartliteratur seit Ende der 1960er-Jahre ihre Modernität. Das heimische Idyll erhält darin einen doppelten Boden. Ernst Eggimann besingt heimatliche Klischees so lange, bis sie fadenscheinig werden.

Schweizer Illustrierte, 1. Juli 2011

Wir verdanken ihm so wunderschöne Mundartwörterketten wie solosizdochdeäntlecheneinisch, was doch wesentlich stärker nach saftigem Emmentaler Gras duftet als „so hör jetzt doch endlich einmal zu“. Ernst Eggimann, Dichter und Lehrer und gewesener Grossrat aus dem Emmental, liess und lässt die doppelten Böden unserer Sprache so chäch und träf knarren wie kaum ein anderer. Zusammen mit dem Dichter und Pfarrer Kurt Marti und dem Troubadour Mani Matter verwandelte er in den Sechziger- und frühen Siebzigerjahren die Berner Umgangssprache in eine Literatursprache.

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