Mondscheiner

Andri Beyeler

Mondscheiner

Ballade
edition spoken script 27
Der gesunde Menschenversand, 2018
Klappenbroschur, 180 Seiten
978-3-03853-080-0

25,00 CHF

„Mondscheiner“ reflektiert die Gedankenströme dreier Menschen an einem Abend in einer Stadt, in einer Beiz.
„Er“ kommt eben erst hier an. Und eigentlich wüsste er wohin. Nur ob er da auch willkommen ist. Also erst mal was trinken. Und was sich erfahren liesse, lässt sich auch erzählen.
„Der Andere“ sitzt in seiner Küche, er hat nichts vor, oder war da nicht doch ein Rendezvous, also nichts wie hin zum mutmasslichen Treffpunkt. Und da dann warten. Oder vielleicht auch einfach nur versuchen, sich vom Trinken fernzuhalten, um am Ende doch zum Trinken zu kommen.
„Die Eine“ kellnert. Sie sieht sie alle, wie sie hier sitzen, wie sie gaffen und winken. Und sie sieht, wie sie einst selbst hier an einem Tisch sass, mit Absichten und Vorstellungen. Sie rekapituliert, um nicht zu kapitulieren. Und hat auszubrechen im Sinn.

Andri Beyeler gelingt mit „Mondscheiner“ ein aussergewöhnliches Sprachkunststück in Schaffhauserdeutsch: Was sich szenisch abspielt, vollzieht sich auch in der Sprache. Wenn die Figuren zueinanderkommen wollen oder nicht, dabei stolpern, scheitern, stürzen; wenn sie ihr Verhältnis zueinander, ihre Beziehung zu sich und ihrer Umgebung verhandeln, geschieht dies gleichzeitig in den Buchstaben, die sich zu Silben, Wörtern, Sätzen, Sprache und Gedanken formen.



Andri Beyeler

Geboren 1976 in Schaffhausen, lebt in Bern. Mitglied der freien Tanz-Theater-Gruppe Kumpane. Mehrere Theaterstücke, Bearbeitungen und Übertragungen. 2017 wurde er von der Stadt Bern mit dem "Welti-Preis für das Drama" ausgezeichnet.


Bild: Beat Schweizer

Presse

Der Bund, 14. Dezember 2018

Am besten stellt man sich „Mondscheiner“ als Song vor, den man mehr als einmal hören kann – und der sein Geheimnis doch nie ganz preisgibt. Und damit grosse Literatur ist.

Schaffhauser Nachrichten, 31. August 2018

Wer „Mondscheiner“ liest, ist im Prinzip auf der ganzen Welt, denn überall werden volle Gläser an einem vorbeigetragen, die man gerne hätte. Und vielleicht sogar die Bedienung dazu. Beyeler verzwirbelt die inneren Stimmen von drei Individuen in dieser Situation auf Schaffhauserdeutsch so ineinander, dass auch die Munotstadt zum Sehnsuchtsort wird.

Berner Kulturagenda, 27. September 2018

„Mondscheiner“ von Andri Beyeler ist ein Formexperiment, das konsequent Gedankenmonologe dreier unbekannter Protagonisten präsentiert. Nicht Handlung, sondern Sprache ist das Ziel des Buches, das konsequent in rhythmisierter, dynamischer, aber ungestelzter Schaffhauser Mundart verfasst ist.