Die Fragwürdigen

Judith Keller

Die Fragwürdigen

Geschichten
edition spoken script 23
Der gesunde Menschenversand, 2017
Klappenbroschur, 148 Seiten
978-3-03853-050-3

25,00 CHF

Alles beginnt mit einer fliehenden Kuh. Kaum hat sie Frau Hasler über den Haufen gerannt, hebt sich der Vorhang und die Fragwürdigen betreten einer nach der anderen die Bühne. Jede und jeder ein Unikat, Künstler und Künstlerinnen des Lebens. Eine Frau, die den Zug nicht verlassen will, weil sie sich vor dem Schmutz da draussen fürchtet. Ein Mann, der mit Pralinen nicht umgehen kann. Die für zu leicht befundene Alice und der dicke Marc. Erwin, der nicht versteht, warum nicht alle so sind wie er. Die umsichtige Frau Sägisser und die vielleicht gar nicht so hilfsbereite Frau Siegentaler. Menschen, die ihre Liebe nur spüren, weil sie getrennt sind, Menschen, die nur zusammen sind, weil sie ihre Lügen lieben. Leute mit sprechenden und verschwiegenen Namen. Und natürlich die Polizei!

Es herrscht ein wunderbares Durcheinander in diesem Buch. Judith Kellers Prosa gibt all jenen eine Stimme, die sonst in den Wörtlichkeiten hängen bleiben. Manchen genügt ein Kurzauftritt, andere brauchen etwas länger. Immer aber müssen sie durch jene feingeschliffene Sprache hindurch, die ihnen diese Schwyzer Autorin für einen Moment zur Verfügung stellt und sie und uns die Lage erkennen lässt.

Ein Buch zum Aufblättern und Darin-Versinken.



Judith Keller

Geboren 1985 in Lachen (SZ) geboren, lebt in Zürich. Sie hat Literarisches Schreiben in Leipzig und Biel sowie Deutsch als Fremdsprache in Berlin und Bogotá studiert. Nach Veröffentlichungen in zahlreichen Zeitschriften und Anthologien erschien 2015 ihre Erzählung "Wo ist das letzte Haus?" bei Matthes & Seitz als E-Book und wurde mit dem "New German Fiction" Preis ausgezeichnet.

Presse

Neue Zürcher Zeitung, 17. November 2017

Ihr Leben besteht aus wenigen unauffälligen Sätzen und Redensarten, die ihnen plötzlich in den Rücken fallen. (…) Denn so sind die Fragwürdigen: Wie die Texte, die sie bewohnen, sind sie klein, aber nicht gering. Und bestimmt nicht flüchtig. Dieses Buch bleibt.

Luzerner Zeitung, 5. Oktober 2017

Die Autorin liebt das Spiel mit der oft doppelsinnigen Wortwörtlichkeit der Worte (…) und lässt einen immer wieder in kleinere und grössere Sprachfallen tappen.

Der Landbote, 30. September 2017

Bei diesem Nachdenken über die Sprache, den seltsamen menschlichen Figuren und ihren banalen, dennoch rätselhaften Bewegungen (…) geht es um das menschliche Verhältnis zur Zeit, ein zutiefst fragwürdiges Verhältnis, das wohl nie ganz geklärt werden kann.

kultur kompakt, SRF 2, 9. November 2017

Judith Keller weckt beim Lesenden die Empathie für diejenigen, die keine Stimme haben in der Öffentlichkeit. Fremde. Sterbende. Tiere.

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